Zeichnungsfolgen nach Technik und Zeitraum. Sechs Blätter je Folge zum Einstieg.
Eine zentrale Werkphase
Zeichnungen der 1980er Jahre
In den 1980er Jahren stand die Zeichnung im Zentrum von Rainer Weber-Osthaus’ künstlerischer Arbeit. Mit diesen Blättern nahm er an wichtigen Ausstellungen teil; einzelne Arbeiten wurden von Sammlungen erworben.
Die Hochformate „Vom Jäger“ werden als zusammengehörige Folge gezeigt, anschließend die Querformate „Vom Sammler“.
Historischer Ausstellungsblick · 1986
Die Zeichnungen in Dresden
Die Galerie des Staatlichen Kunsthandels in Dresden zeigte 1986 eine große Ausstellung seiner Zeichnungen. Die Fotografien halten die Hängung der Blätter und Begegnungen mit den Besuchern fest.
Galerie des Staatlichen Kunsthandels, Dresden · 1986Die Hochformate als zusammengehörige Ausstellungsfolge
Historische Fotografien aus dem Werkbuch bis 2016, Seite 17.
Ein Werk in Bewegung · 1980–2016
Lebens- und Werkphasen
Malerei, Zeichnung, Aktionen und Kunst im öffentlichen Raum. Fünf Schwerpunkte öffnen den Blick auf das Werkbuch bis 2016.
Von Halle und Weimar über Hamburg nach Leipzig verändert sich nicht nur der Lebensort, sondern auch die künstlerische Sprache. Das Werkbuch „Malerei – Aktionen – Kunstwettbewerbe“ verbindet diese Stationen mit Bildern, Manifesten und zeitgenössischen Dokumenten.
„Kunst macht frei“ · Weimar, Mai 1992 Historische Dokumentation aus dem Werkbuch 2016
Aktionen mit Bernd Schlothauer
Hamburger Aktivisten
Die 1991 gegründete Künstlergemeinschaft macht den öffentlichen Raum zum Ort der Auseinandersetzung mit Kunst, Geschichte und Macht. Weber-Osthaus und Schlothauer reagieren unmittelbar auf Ausstellungen, Institutionen und Ereignisse des Kunstbetriebs.
Am 17. Mai 1991 führt ihre erste Performance „Allegorie der sieben Todsünden“ vom Weimarer Theaterplatz zum Weimarhallenteich. Weitere Aktionen finden vor den Deichtorhallen in Hamburg und an der neuen documenta-Halle in Kassel statt. 1993 zeigen beide Malerei und Aktionskunst in der Galerie Wohnmaschine in Berlin.
Fotografien, Aktionsbeschreibungen und die zeitliche Übersicht bewahren diesen Teil der künstlerischen Arbeit als zusammenhängendes Dokument.
Die sechs Aktionen · Titel, Orte und Daten
17. Mai 1991 · Weimar
Allegorie der sieben Todsünden
Prozession vom Theaterplatz zum Weimarhallenteich, anlässlich der von Jan Hoet ausgesetzten documenta-Schwäne.
September 1991 · Hamburg
Was haben Österreichs Künstler mit Adolf Hitler zu tun?
Aktion zur Eröffnung von „Kunst in Europa – Österreich“ in den Deichtorhallen.
November 1991 · Hamburg
Jan Hoet, der Schwan und der Mörder
„Zwei Verstärker in Beschleunigung“: Aktion zur Ausstellung von Hanne Darboven in den Deichtorhallen.
Dezember 1991 · Hamburg
Kunst macht frei
Aktion mit zwei sechs Meter hohen Wachtürmen vor den Deichtorhallen.
Januar 1992 · Kassel
Vorsicht Akropolis!
Aktion anlässlich der Einweihung der neuen documenta-Halle durch Jan Hoet.
Mai 1992 · Weimar
Kunst macht frei
Aktion am Goethe- und Schiller-Denkmal mit zwei sechs Meter hohen Wachtürmen auf dem Theaterplatz.
Titel und Zeitangaben nach dem Werkbuch 2016, PDF-Seiten 32–37. Die erste Performance ist dort auf den 17. Mai 1991 datiert.
Akkumulation von Edelstahlbögen · TU Ilmenau, 2004 Fotografie des Kunstwerks
Kunst am Bau · Realisation 2004
Akkumulation von Edelstahlbögen
In einer Wasserfläche der Technischen Universität Ilmenau entsteht ein räumliches Geflecht aus Edelstahlbögen. Spiegelung, Blickrichtung und die Architektur zwischen Hörsaal- und Seminargebäude und dem gegenüberliegenden Laborgebäude verändern die Wahrnehmung der Skulptur.
Die Bögen öffnen und verdichten den Raum. Aus unterschiedlichen Standpunkten entstehen immer neue Beziehungen zwischen Form, Licht, Wasser und Gebäude.
Entwurf
Rainer Weber-Osthaus
Realisierung
Bernd Schlothauer und Rainer Weber-Osthaus
Auftraggeber · Material
Staatsbauamt Erfurt · Edelstahl
Jena · Realisation 2001
Schichtung des Wissens
Vier Säulen für die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek. Gemeinsam mit Bernd Schlothauer entwickelt: geschichtete Edelstahlsegmente und Licht im Dialog mit der Architektur.
Weimar · Realisation 2003
Golden Boxes
Eine Multimediaskulptur im Streichhan-Bau der Hochschule für Musik Franz Liszt. Das gemeinsame Konzept mit Bernd Schlothauer verbindet Lichtwörter, Bewegung und Ton.
Weitere Wettbewerbsbeteiligungen
Ideen für öffentliche Orte
Ein Denkmalentwurf zur Begegnung von Willy Brandt und Willi Stoph in Erfurt, ein Kunstprojekt zu Marie Curie in Bozen und ein Brunnenentwurf sind im Werkbuch dokumentiert.
Werkbuch bis 2016 · 66 Seiten
Malerei – Aktionen – Kunstwettbewerbe
Kapitel wählen, Seiten vergrößern und in Ruhe weiterblättern. Die historischen Abbildungen stammen aus dem Originalkatalog.
Gedichte und Digitalgrafiken über das Leben der Spatzen. Mit Humor und einem genauen Blick auf ihre kleine Gesellschaft erzählen die Texte von Liebe, Streit, Individualität und Zusammenleben. Die Spatzen werden dabei auch zum Spiegel menschlicher Verhältnisse.
1956 in Berlin geboren. Heute lebt und arbeitet Rainer Weber-Osthaus in Stralsund.
Aus politischen und kulturellen Gründen verließ er die DDR im Rahmen eines Ausreiseverfahrens. Der Wechsel nach Hamburg markiert einen entscheidenden Einschnitt in seiner Biografie.
1978–1981
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1981–1989
Freier Künstler in Halle/Saale und Weimar
1987–1989
Ausreiseantrag und Ausreise aus der DDR nach Hamburg
1990–1993
Triadische Malerei; 1991 Gründung der „Hamburger Aktivisten“ mit Bernd Schlothauer; 1992 Stipendium im Künstlerhaus Cismar
1993–1999
Computerkunst und neue Medien; 1997 Umzug nach Leipzig, ab 1998 auch Dozent und Computerspezialist
2000–2016
Kunst am Bau, Malerei und Ausstellungen; Realisationen in Jena (2001), Weimar (2003) und Ilmenau (2004). Später Umzug nach Stralsund
Seit 2022
Medizinische Themen; anschließend die Werkserie „Der Traum des Kapitäns“